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Nach der Baisse
ist vor der Hausse.
Thomas Müller

TM-Standpunkt

Thomas Müller
Thomas Müller

Warren Buffett ?ber Warnhinweise, Aktien und das Streicheln von Gold

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

auf wie immer unnachahmliche Art und Weise, hat sich Warren Buffett in der „Fortune“ zu seiner Kapitalanlagephilosophie gemeldet, was ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Sie wissen vielleicht:

Buffett bestimmt das Risiko einer Anlage nicht über finanzmathematische Kennzahlen wie z.B. Beta, sondern über die Wahrscheinlichkeit eines Kaufkraftverlustes innerhalb der geplanten Haltedauer. Deshalb können auch Investments, die starken Schwankungen unterliegen, sicher sein, sofern eine Kaufkrafterhöhung absehbar ist.

Dementsprechend sieht Buffett Anleihen nach Steuern und Inflation als Geldvernichtung und meint, dass Anleihen derzeit mit einem Warnhinweis versehen sein müssten. Der einzige Weg zu Wohlstand seien produktive Anlagen, also Unternehmen und Aktien. Dazu ein Vergleich:

Bekanntlich beträgt der weltweite Goldvorrat etwa 170.000 Tonnen, was einen Würfel mit der Kantenlänge von 20,7 Metern ergeben würde. Multipliziert mit einem Unzenpreis von 1750 Dollar, hätte der Würfel – Buffett nennt ihn Haufen A – einen Wert von ungefähr 9,6 Billionen Dollar.

Für diese Summe könnte im Haufen B das gesamte Ackerland der USA erworben werden (162 Millionen Hektar mit einem Ertrag von etwa 200 Milliarden Dollar pro Jahr) plus 16 Mal Exxon Mobil (die rentabelste Firma der Welt, die pro Jahr etwas mehr als 40 Milliarden Dollar Gewinn erzielt). – Und nach all diesen Käufen wäre noch immer eine Billion übrig für allerlei Ausgaben (falls wir nach diesem Kaufrausch noch das Bedürfnis danach hätten). Buffett fragt:

„Können Sie sich einen Anleger vorstellen, der 9,6 Billionen Dollar hat – und dann Haufen A vorziehen würde?“ Und weiter: „Von heute aus in einem Jahrhundert werden die 162 Millionen Hektar Farmland atemberaubende Mengen an Mais, Weizen, Baumwolle und anderen Gütern hervorgebracht haben, und sie werden dann noch weiterhin diese wertvollen Erträge produzieren, ganz gleich in welcher Währung. Und Exxon Mobil wird bis dahin wahrscheinlich Billionen an Dividenden ausgeschüttet haben, und es wird Anlagen besitzen, die viele weitere Billionen wert sind (und vergessen Sie nicht, dass Sie 16 Exxons kriegen). Die 170.000 Tonnen Gold indes werden unverändert sein – und weiterhin nicht in der Lage, irgendwas zu produzieren. Sie können den Würfel streicheln, aber er wird nicht reagieren.“

Natürlich entsteht Reichtum nur durch Unternehmen, die einen dauerhaften Mehrwert erzeugen (Lottogewinne und Drogenhandel einmal ausgeklammert), weshalb Investments in den langfristig erfolgreichsten und sichersten Aktien die Basis eines jeden Depots sein sollten. Doch Edelmetalle gehören genauso dazu. – Nicht als Konkurrenz zu den Exxon Mobils, Nestlés oder Reckitt Benckisers dieser Welt, sondern als Ergänzung und vor allem als Ersatz für das hemmungslos vermehrte Papiergeld. Meiden Sie also Geldanlagen, wo immer es geht, und setzen Sie massiv auf Sachwerte.

Mit bester Empfehlung
Ihr

Thomas Müller


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