TM-Standpunkt
Thomas Müller
Gold als Gegner Schwarzer Schwäne - was wollen wir mehr?
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
im Börsenverlag und in boerse.de geht es momentan recht hektisch zu, da wir mit Hochdruck an den Vorträgen und Hunderten von Folien für den Tag der offenen Tür arbeiten. Selbstverständlich ist unser Team von A (wie Jochen Appeltauer) bis Z (wie Katja Zacharias) für Sie vertreten, wobei ich gespannt bin, mit welchen Utensilien Hermann Kutzer diesmal die Gesetze der Märkte erklären wird. Voriges Jahr waren es unsere Kochtöpfe, die das Prinzip der Diversifikation perfekt veranschaulichten.
Mein Thema ist neben der Einführung in die Trendfolge das große Bild der Märkte, also vor allem die Erklärung, warum Geldanlagen sich mit der Zeit auflösen und deshalb Sachwertanlagen ein absolutes Muss für jedes Vermögen sind. Bedenken wir:
Die anhaltende Verschuldungsorgie höhlt den Geldwert sukzessive aus, wobei das sich permanent beschleunigende Tempo atemberaubend ist. So beträgt die US-Staatsverschuldung heute 14,7 Billionen US-Dollar, was eine Verdoppelung seit 2003 und einen Anstieg um knapp 160% in den vergangenen zehn Jahren bedeutet. Gegenüber 1980 – mit damals gerade einmal 826,5 Milliarden - ist die US-Verschuldung sogar um 1680% explodiert. Die Konsequenz daraus:
Seit Anfang 1980 hat der Dax 1004% gewonnen und der Dow Jones 1258%. Viele Unternehmen waren damals noch gar nicht gegründet, doch die Performance der Champions mit einer solch langen Kurs-Historie ist beeindruckend. Denn in diesem Zeitraum konnte sich z.B. ExxonMobil um 2045% nach oben schrauben, Procter & Gamble um 2606% und Colgate-Palmolive um sagenhafte 10.554%! Der Goldpreis hat seitdem nur 247% aufgesattelt, womit allein aus diesem Blickwinkel einiges an Nachholpotenzial besteht. Das mögen die Gold-Zweifler kaum glauben, doch ich nenne in meinem Vortrag 13 weitere Gründe, weshalb uns physische Edelmetall-Investments noch viel Freude machen werden. Dabei ist Gold sogar die perfekte Ergänzung zu einem diversifizierten Champions-Depot. Konkret:
Für das laufende Quartal errechnet sich derzeit ein Dax-Minus von 25% (Dow Jones nur –7%), während der Goldpreis um 19% zugelegt hat. Damit erweist sich Gold einmal mehr als perfekter „Hedge“, denn diese gegenläufige Entwicklung ist kein Zufall. So bedeutet die aktuelle Performance den fünftgrößten Quartalsverlust der Dax-Geschichte, und in den vorangegangenen Horror-Quartalen (Dax in Q3/09 –29%, Q3/90 –29%, Q4/87 –33%, Q3/02 –37%) hatte der Goldpreis ebenfalls eine positive Wertentwicklung vorzuweisen. Erweitern wir die Betrachtung auf die zehn schlechtesten Quartale, kommt Gold achtmal auf eine positive Performance, wobei dem Dax-Verlust von durchschnittlich 25% ein Plus im Goldpreis von im Mittel 6,5% gegenüber steht. Dazu passt:
Auch für Anlagen an der Wall Street bedeutet Gold eine gute Absicherung gegen die gefürchteten „Schwarzen Schwäne“. So hat der Dow Jones in den schlechtesten zehn Quartalen im Mittel 16,7% verloren, während Gold 4,4% gewonnen hat, wobei die Korrelation hier genauso in 80% der Quartale idealerweise negativ war. In dieser Quartalsbetrachtung haben Gold-Investments also ein gutes Viertel der Aktienmarkt-Rückgänge aufgefangen. Was wollen wir mehr?
Mit bester Empfehlung
Ihr
Thomas Müller
P.S.: Dies ist das Editorial aus dem boerse.de-Aktienbrief, den Sie hier kostenlos testen können.
