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Ihr

Thomas Müller

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Nach der Baisse
ist vor der Hausse.
Thomas Müller

TM-Standpunkt

Thomas Müller
Thomas Müller

Dann bekommen wir die Ketchup-Hausse

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

lassen Sie sich von schwächeren Kursen nicht irritieren, denn die Märkte sind voll in unserem Fahrplan, d.h. inmitten der genau für diese Jahresphase avisierten technischen Korrektur. Berücksichtigen wir:

Der Dax hatte vor zwölf Monaten bei 7528 Punkten ein neues 39-Monats-Top herausgebildet und war von dort auf nur noch 5072 am 12. September abgestürzt. Dem Einbruch um 32,6% folgte eine mächtige Aufwärtsbewegung bis 7158 per 16. März. Damit konnte der Dax in nur sechs Monaten 41% aufsatteln, und genau diese Rallye bedurfte der gerade laufenden markttechnischen Bereinigung. Dabei ist das jetzt noch verbleibende Abwärtspotenzial überschaubar. Denn:

Gerechnet von den Intraday-Kursen hat der Deutsche Leitindex bis 6377 am 9. Mai bereits um 11% zurückgesetzt. Die 200-Tage-Linie verläuft nur 3% darunter im Bereich von 6190, und noch etwas tiefer befindet sich bei 6115 das 50%-Korrektur-Level des vorangegangenen Anstiegs. Das bedeutet eine solide Absicherung nach unten, zumal die Wall Street ein überaus konstruktives Bild zeichnet. Konkret:

Der Dow Jones befindet sich seit drei Monaten in der Seitwärtskonsolidierung um die Marke von 13.000, was – nach immerhin knapp 25% Anstieg binnen sieben Monaten – eine erhebliche innere Stärke erkennen lässt. Dabei verfügt der Dow über beruhigende 6% Sicherheitsabstand zum GD 200 (im S&P sind es ebenfalls 6%, im Nasdaq 8%), während der Index 11% über dem Niveau beim Ausbruch der Finanzkrise (Lehman Pleite am 15. September 2008) notiert und nur 10% zu den All-Time-Highs fehlen. Ich meine:

Wenngleich noch ein paar zyklisch schwierige Wochen zu überstehen sind, ist das langfristige Hausse-Potenzial außergewöhnlich. Denn von wenigen Ausnahmen abgesehen, erzielen die Unternehmen rund um den Globus schon wieder Rekordgewinne und – noch wichtiger – überbieten bei der Veröffentlichung ihrer Quartalszahlen immer wieder die Erwartungen. Doch obwohl mittlerweile auch der Mainstream erkannt hat, dass sich die Staaten in der Schuldenfalle befinden, wird die Anleihen-Blase aus falsch umgesetzter Risikoaversion immer weiter aufgepumpt, während an den Aktienbörsen bei rückläufigen Kursen sofort die Furcht regiert. So hat das Analystenhaus EPFR Global per April die höchsten Nettoabflüsse für globale Aktienfonds seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1996 ausgewiesen. Das ergibt eine geradezu absurde Konstellation:

Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen beträgt heute nur noch 1,22%, bei einer „offiziellen“ April-Inflation von 2,1% (die reale dürfte eher bei 5% liegen). 2008 lag die Rendite in der Spitze bei 4,75% – also 290% höher! – und damals waren Kaufkraftschwund und Bonitätsrisiken von Staatsanleihen noch kein Thema. Demgegenüber sind Aktien heute spottbillig, sodass es eigentlich nur eine Frage der Zeit sein kann, wann institutionelle wie private Anleger auf breiterer Front in Sachwerte umschichten. Es geht hier um einen langfristigen Prozess, der aus technischer Sicht im Laufe des zweiten Halbjahres mit neuen All-Time-Highs im Dow Jones und etwas später im Dax seinen Anfang nehmen wird. Und dann haben wir die Ketchup-Hausse!

Mit bester Empfehlung
Ihr

Thomas Müller
Herausgeber
boerse.de-Aktienbrief


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